12. Februar 2018

So vieles in Schwarz habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Es fing mit dem Film «Köhlernächte» von Robert Müller an. Die Schlussfolgerung, dass mich das kohlenschwarze Thema erschreckt hätte, ist falsch. Im Gegenteil, ich war fasziniert. Und ich hoffe sehr, dass aus dieser Faszination etwas Konkretes wird. Ein Buch natürlich.


Holzkohle © Simon Meyer, Beromünster
Mit Kohle ein bisschen Kohle machen? Oder sich eine rabenschwarze Zeit aufhalsen? © Foto Simon Meyer, Beromünster


Zur gleichen Zeit schoben sich gleich mehrere Buchthemen auf meinen Schreibtisch. Mit einem Afrikaner (schwarze Hautfarbe), einem Inder (kaffeebraune Hautfarbe) und einem italienischstämmigen Schweizer (sonnenbraune Farbe) kam ich in Kontakt. Jede Persönlichkeit mit einem ganz eigenen Thema.

Zu spät, aber sicher ebenso spannend, wäre es gewesen, mit Christa de Carouge ins Gespräch zu kommen. Ich hatte sie vor vielen vielen Jahren schon einmal interviewt. Als ich hörte, dass sie in Zug eine Ausstellung macht und dort persönlich anwesend sein würde, plante ich einen Besuch. Ich habe zu lange gewartet. Es war ihr letzter grosser Auftritt. Die Modekünstlerin, die fast ihr gesamtes Leben mit Schwarz umgeben war, starb am 17.1.2018.

Christa de Carouge Ausstellung Zug 2018
Christa de Carouge Ausstellung in Zug, Anfang Februar 2018. Eine Begegnung der anderen Art.

Ich habe mir sogar erlaubt, eines ihrer Kleider anzuziehen, die dort zur Anprobe bereit hängen. Für mich eine Möglichkeit, mich von ihr zu verabschieden. Eine ganz andere Situation des Verabschiedens ergab sich aus einer Mail-Notiz. Mein geliebtes Backstein-Buch («Steineklopfen») war nicht in die Auswahl der besten Bücher der Schweiz gekommen. Kurz darauf aber entdeckte ich eine Backsteinfront, die mich mächtig inspirierte.

Schwarze Backsteine bei Sempach
Als Backstein-Fan bin ich völlig hin und weg: eine schwarze Fassade am Sempachersee

Dieses Bild wird in einer nächsten Auflage mit einem adäquaten Gedicht ins «Steineklopfen»-Buch kommen (www.steineklopfen.ch). Schwarz hat eben doch seine Qualitäten. Aber: es ist nicht alles qualitativ gut, nur weil es schwarz ist. Das kenne ich vom Kaffee. Und von meiner Kaffeemaschine.


Vielbeschäftigte Kaffeemaschine
Hoffentlich macht sie bald schlapp – aber hoffentlich nicht zu bald: meine gehasste schwarze Kaffeemaschine

Die fordert mich durch ihre billige Aufmachung (Aktionsangebot, letztes Auslaufmodell!) täglich heraus. Der Kaffee ist gut, nur das Drumherum ist ärgerlich. Sobald ich ein bisschen Kohle auf der Seite habe, kommt eine wirklich gute Maschine ins Haus bzw. ins Büro – ob schwarz oder nicht.