14.03.2019

Bei allem, ob hier auf der Website, bei Buchveröffentlichungen, ja beim kleinsten Smartphone-Foto schreit irgendwo jemand nach dem Copyright. Es ist ein Dschungel geworden. Hinter jedem Baum könnte jemand stehen, dessen Gesicht zufällig auf einem deiner Bilder zu sehen war. Er oder sie will Geld.

Mit den Tönen ist es noch einmal so eine Sache. Irgendwer will immer Geld. Zum Teil hat das alles seine Richtigkeit. Aber wenn, wie mir passiert, irgendein dubioser Anwalt im Namen einer Bildagentur – gefaked oder nicht – horrende Rechnungen stellt, weil vor vier Jahren einmal ein Bild auf die Website gekommen ist, wird es ungemütlich. Zumal ausdrücklich auf die Quelle verwiesen worden war.

Kunst von wem?

Die Reproduktion einer Kunstpostkarte – © Vontobel-art.com ? – © Kunstmuseum Liechtenstein ? – Chiarenza & Hauser & Co ?


Wo fängt das Copyright denn an? Das unten folgende Bild mit den glühenden Holzbuchstaben: die Idee stammte von mir. Ich besprach mich mit dem Fotografen Simon Meyer, wie das zu lösen sei. Er hat alle Hebel und alle Flammenwerfer in Bewegung gesetzt, doch nur mit unglaublichem Mehraufwand hätte es gelingen können.

Mit den rohen Grundfotos gelangte ich an den digitalen Bildbearbeiter oder Bildkünstler Simon Eugster. Er schuf das beeindruckende Endprodukt. Wer hält nun das Copyright? Wer wird, wenn überhaupt Kohle kommt, Rechnungen an wen stellen können?

Teil eines Buchumschlages

Die Idee von mir, das Foto von Simon Meyer, das Endbild von Simon Eugster © HWR oder wer oder wie?

In meiner Zeit als Creative Director und Texter in verschiedenen Werbeagenturen und auch die Zeit danach als Freelancer konnte ich etliche schöne Mandate betreuen. Immer wieder kamen dann Slogans oder Headlines in die Kampagnen, die mehrere Jahre national oder gar international geschaltet wurden. Copyright? – außer Diskussion!

Noch heute sehe ich in Inseraten und auf Fahrzeugen den Slogan für eine größere Elektro-Installations-Gruppe, etwa 2004 im Rahmen einer Kampagne von mir kreiert. Das Honorar für das Gesamtpaket und der Nutzen für die Verwendung des Slogans bis heute, wer will da bezahlen?

Ich beklage nicht den Zustand der mangelnden Geldflüsse, sondern den Zustand der Unübersichtlichkeit. Ein umgekehrtes Beispiel: jährlich erhalte ich eine kleine Summe, weil ich vor über zwanzig Jahren einmal einen Jingle für einen TV-Spot für einen Markenartikler getextet und mit einem Musiker vertont hatte. Ich muss jedesmal grinsen, wenn ich den Auszug sehe. Und jedesmal bereue ich es, nicht alle TV-Spots, die ich je ersonnen hatte, mit einem Jingle unterlegt zu haben.

Aktuell, bei einem Buch über Holzkohle, addiere ich bereits die Copyrightsummen der über 200 Bilder, die geplant sind. Mich fröstelt, trotz der Holzkohleglut. – Aber wenn wir schon hier unter uns sind: vielleicht können Sie mir helfen. Das untenstehende Foto möchte ich gerne verwenden. Wo aber steckt der Schöpfer, wo die Agentur, wo die- oder derjenige, der mir sagt: «Sie dürfen es gerne kostenlos verwenden»?

Eisdessert mit unbekanntem Fotografen

Ein schwarzes Eisdessert, vermutlich mit Aktivkohle zubereitet. Ein schönes Bild für einen kleinen Abschnitt im Buch. Copyright unbekannt.

Meine Nachforschungen verliefen bis jetzt ergebnislos. Für die Stunden der Recherche hätte ich gerne irgend jemandem eine Rechnung gestellt. ;-)) … Aber konkret: wissen Sie etwas in dieser Richtung. Oder noch hilfreicher: für die Publikation des Buches sind Donatoren und Gönner gefragt. Bei einer größeren Grillparty könnten sich dann alle kennenlernen. Und am liebsten würde ich eine Eiscreme zum Dessert anbieten…
Anmeldungen/Reservationen werden jetzt schon angenommen.