4. März 2017

Das musste ja irgendwann kommen: Die Algorithmen für Standardtexte. Warum noch länger «copy/paste» von Hand ausführen? Jetzt wird erstmals bei der Zeitungsberichterstattung die Enter-Taste überflüssig. Der Journalismus-Roboter übernimmt.

Letzte Rettung für einen Ghostwriter?

Was dieses Bild bedeuten soll? Fluchtgedanken oder Stein des Anstoßes? Auflösung siehe unten (© AFP)


Berichterstattungen – beispielsweise über einen Fußballmatch – werden von Computerprogrammen geschrieben. Die Fakten sind ja klar, die Beschreibung erledigt das Spezialprogramm im Rechenzentrum.

Bereits gibt es eine Prämierung für maschinengenerierte Texte. Die zum Teil sehr erfahrenen Wissenschafter in der Jury waren nicht in der Lage, die «menschenhandgeschriebenen» von den computergenerierten Berichten zu unterscheiden.

Auch in Leserbefragungen wurden – in Unkenntnis der Autorenschaft – die computergenerierten Texte zwar als sperriger, aber zugleich als glaubwürdiger eingestuft.

Bevor ich mich nach einem anderen Beruf umsehen muss, schwöre ich, dass alle Texte auf dieser Website von mir persönlich ersonnen, geschrieben und ins Netz gestellt wurden. Ob das Geschriebene auch glaubwürdig tönt, das würde ich gerne von Ihnen hören.

Und als letzten Ausweg, wenn meine Schreibzunft und meine Ghostwriterprofession gar nichts mehr gelten sollte, lasse ich mich in einen Felsen einklemmen. Und erst wieder herausholen, wenn die Welt wieder in Ordnung ist.

Mit dem Risiko, dass der Stein, in den ich mich vergabe, auch gleich mein eigener Grabstein wird. Nur den Text auf der Gedenkplatte will ich zuvor noch selbst verfassen.


Auch keine Lösung

Der französische Künstler Abraham Poincheval ließ sich eine Woche in einen großen Kalksteinbrocken einschließen. Am 1. März holten ihn die medizinischen Betreuer wieder ans Tageslicht. (© AFP / Spiegel online)


Poincheval wird von medizinischen Betreuern befreit

Im Palais de Tokyo in Paris, dort wo auch seine «felsige Ferienwohnung» stand, will er nun als lebende Henne fungieren und gelduldig mehrere Wochen lang ein paar Eier ausbrüten. (Mal sehen, was ein computergesteuertes Schreibprogramm darüber zu berichten weiss). © AFP