22. April 2014

Technik ist toll: Um Interviews zu machen habe ich ein kleines Olympus-Gerät. Mit ausgezeichneter Wiedergabequalität übrigens. Dann transferiere ich die Datei auf den Computer, gebe einen merkfähigen Namen, schiebe sie in den Drop-Box-Ordner und sende den Link dazu einer guten Seele.

Die gute Seele, nennen wir sie Susanne, schreibt mir seit bald zwei Jahren alle meine Interviews ab. (Ich warte ständig auf ein neues Computer-Programm, das endlich Sprachaufzeichnungen ebenso fehlerfrei transkribiert. Das nur nebenbei).

Vom Aufnahmegerät zum geschriebenen Dokument

Vom Aufnahmegerät zum geschriebenen Dokument – Kommunikationstechnik ist grossartig


Neulich hatte ich für ein Test-Interview auch meine Camera laufen. Der Zufall wollte es, dass just bei diesem Interview der erste Teil nicht auf das Olympus-Gerät kam («menschliches Versagen»!). Macht nichts, ich habe ja alles auch auf dem Video.

Technik ist phantastisch: Ich google, finde ein Programm, das alle möglichen Dateien von mpg / mp4 / aif / mp3 und was weiss ich noch alles vom einen Format ins andere umwandelt. Runtergeladen, mit Kreditkarte online bezahlt, installiert, die Datei rein, auf der anderen Seite wieder als reine Audio-Version raus, Drop-Box usw.

Technik ist wahnsinnig: Fast zur gleichen Zeit erhielt meine Partnerin in Basel von ihrem Kabelnetzbetreiber ein Päcklein. Jetzt, mit dem neuen Abo, könne sie mit dem alten Gerät nicht die höhere Geschwindigkeit nutzen. Sie müsse das Gerät nur austauschen und per Telefon könne dann alles wieder freigeschaltet werden.

Da bekomme ich einen Telefonanruf von meiner Partnerin. Es wird ein langes Gespräch. Es wird ein schwieriges Gespräch. Es wird aufgehängt. Es wird wieder angerufen. Welches Kabel wohin stecken und mit was verbinden – und warum überhaupt?

Bis ich dann merke: ich habe den Router bei der Kabeldose dort beim Fernsehen mit dem W-Lan-Gerät beim Buffet verwechselt. Also nicht das weisse Gerät ersetzen, sondern das schwarze. Und...

Kommunikation ist nicht einfacher, weil immer mehr über Kommunikation geredet wird. Wenn ich ein Mail schicke und davon ausgehe, dass es auch gelesen wurde, kann ich in der nächsten Besprechung schon total falsch liegen.

Der Grat zwischen «Gehe immer davon aus, dass der andere überhaupt keine Ahnung hat» bis zum erregten Ton meines Gegenübers «Behandle mich doch nicht immer so, als hätte ich keine Ahnung», dieser Grat ist äusserst schmal. Es gibt noch viel zu lernen zum Thema Reden miteinander. Die Tonspur alleine ergibt noch keine Kommunikation.